Talk or live with me – Sustainable Community Building in the Palatinate
Während der Action Week werde ich jeden Tag an einem anderen Ort in der Pfalz über Themen rund um die Bauwende sprechen und dabei mein zukünftiges Projekt der ökologischen und kreislauforientierten Gemeinschaftsplanung als Beispiel heranziehen. Ich lade euch herzlich ein, mit mir ins Gespräch zu kommen: über Lebensformen, überholte und wiederentdeckte Bautraditionen sowie Wege zur Verwirklichung einer großen Vision.
Ich will in der Pfalz ein naturnahes Areal mit unattraktiven Bestandsbauten als Genossenschaft erwerben, zirkulär und ökologisch sanieren und so einen mehrgenerationalen, inklusiven Gemeinschaftsort schaffen, der nach der Fertigstellung ein Weiterbauort mit überregionaler Strahlkraft wird: Werkstätten für Tinyhouses oder Recyclingmaterial, Paludi- oder Hanfanbau, Lehmstein- oder Strohballenforschung – alles ist möglich.
Ich suche nur noch Mitgründer*innen. Menschen, die Bock auf praxisnahe Bauwende und naturnahes Gemeinschaftsleben haben. Und dann den Ort. Fällt Dir so ein Ort in der Pfalz ein?
Wie wäre es, eine Welt zu hinterlassen, die wir selbst gern vorgefunden hätten? Was wäre anders, wenn wir manche Selbstverständlichkeit noch mal neu denken – wie wollen wir eigentlich leben? Wie viel Raum, wieviel Nähe und Abstand zu andern braucht eine Person? Warum wohnen wir mit unserer Familie (meist zur Doppelbelastung der Frauen) und nicht auch unseren Freunden, oder alten und jungen Menschen, die unsere Werte teilen? Aus was bauen wir, wenn wir nicht nur eine enkel-, sondern eine generell zukunftstaugliche Welt hinterlassen wollen? In welchen Räumen fühlen wir uns wirklich wohl und bleiben gesund? Wollen wir uns überhaupt dauernd in Räumen aufhalten? Wollen wir unser Trinkwasser weiter die Toilette runterspülen, und warum entsorgen wir unsere Abfallstoffe, obwohl sie voller Nährstoffe sind?
Das Programm für meine Stationen, an denen ich vom 5.–13. September 2026 anzutreffen bin, steht aktuell noch nicht fest. Gerne nehme ich auch noch Vorschläge oder Einladungen entgegen – von baunahen bis zu fachfremden Orten ist alles möglich: Marktplatz, Kulturstätte, Bioladen, Bauamt, Uni … schreib mir gern an: a4fgehtdiepfalz@mailbox.org
Fest steht: So wie bisher geht es nicht weiter. Die Zahlen sind bekannt – der Bausektor ist weltweit für 40% der CO₂ Emissionen und 55% des Abfallaufkommens verantwortlich – das umfasst den Betrieb und die Herstellung eines Gebäudes, aber auch die energieintensive Materialbeschaffung (90% mineralischen Ursprungs) und schließlich die Entsorgung. Um bis 2045 Treibhausgas- und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, wie es das Europäische Klimagesetz in Umsetzung des Pariser Klimaabkommens vorsieht, muss sich sehr viel sehr schnell ändern – und ist an einen Bauturbo nicht zu denken. Das ist auch nicht nötig, würde umfassend Leerstand in Wohnraum umgewandelt, und nicht aus steuerlichen oder ästhetischen Gründen wertvolle Bausubstanz abgerissen. Erhaltenes Baumaterial wie Fassaden- oder Ausbauelemente flächendeckend zu bewerten, zu archivieren und wieder zu verwenden – mit möglichst langsamem Downcycling – bedeutet zwar mehr Planungszeit, spart perspektivisch aber massiv Kosten und Ressourcen. Auch das Material für Sanierung und Neubau erfährt momentan eine Transformation: von der Ziegelpressung aus Lehm und Baustellenaushub über Dämmmaterial aus Schilf von wiederverwässerten Mooren oder aus unserer ehemals regionalen Kulturpflanze Hanf bis zur Myzelforschung. Und schließlich gilt es, den Umgang mit den Ressourcen Wasser, Sonnenlicht und menschlichen Abfallstoffen neu zu denken.
Ich freu mich auf angeregte Gespräche und bestenfalls Interessent*innen zur Gemeinschaftsgründung!