Abrissspaziergang rund um die alte WU: Gebaeudeschwund am Alsergrund
Im Zentrum der Eventreihe „alte WUrscht" steht die Frage: Was bedeutet das Abreißen eines Gebäudes eigentlich und wie viel Sinn steckt dahinter? Der Abriss betrifft uns alle - erst recht, wenn ganze Stadtquartiere und identitätsstiftende Orte verschwinden und irreversible ökologische Schäden entstehen. Kaum ein anderer Ort in Wien zeigt unseren absurden Umgang mit bestehender Bausubstanz so deutlich wie die alte WU in Wien 1090. Denn der alten WU droht der Abriss, der Wettbewerb dazu läuft aktuell und zieht sich noch bis Sommer 2027. Am 06.09.2026 dreht sich nochmals alles um die alte WUrscht, dem ehemaligen Campus der Wirtschaftsuniversität Wien. architects4future, Kollektiv Raumstation, studio kollision sowie die Allianz alte WU schenken dem Gebäude auch weiterhin höchste Aufmerksamkeit. Ganz nach dem Sprichwort „alles hat ein Ende, nur die Wurscht hat zwei" setzen wir uns gemeinsam weiterhin mit alternativen Möglichkeiten zum Abriss auseinander. Drei Events, die zeigen, dass Abriss eben nicht WUrscht ist, finden am 06.09.2026 direkt an der alten WU statt. Unsere Veranstaltungen: Abrissspaziergang: Gebäudeschwund am Alsergrund/ Performance “Too Hot to Handle – Bäume statt Beton“/ Open Air Kinoabend
Abrissspaziergang: Gebäudeschwund am Alsergrund
Als Teil des Events „alte WUrscht" veranstalten Architects for Future Austria einen Abriss-Spaziergang durch die Bezirke Alsergrund, und Josefstadt mit Start und Ziel bei der Alten WU am Althangrund.
Die Alte Wirtschaftsuniversität wurde 1982 eröffnet und soll bereits in großen Teilen 2027 abgerissen werden, obwohl das Gebäude voll funktionsfähig ist und vielfältig zwischengenutzt wurde. Der geplante Abriss zählt zu den größten Einzelabrissen, die Österreich in den kommenden Jahren bevorstehen, und steht exemplarisch für eine Baupraxis, die Bestand leichtfertig opfert, anstatt ihn zu erhalten, zu sanieren und weiterzuentwickeln.
Ausgehend von der Alten WU führt der Spaziergang zu weiteren Gebäuden im direkten Umfeld, an denen sich dieselbe Logik zeigt. In der Alserbachstraße, als Beispiel, verfällt seit Jahren ein Biedermeier-Ensemble im Innenhof. In der Anastasius-Grün-Gasse steht ein Gründerzeithaus seit Jahren leer und ist verbarrikadiert. Die Baubehörde sieht bislang keinen Handlungsbedarf.
Dass es auch anders geht, zeigt ein Biedermeierhaus in der Nußdorferstraße, das durch behutsamen Umbau und kreative Zwischennutzung zu einem lebendigen Ort für Kunst- und Musikschaffende wurde. Ein positives Gegenbeispiel mitten im Grätzl.
Der Spaziergang versteht sich nicht als klassische Führung, sondern als Einladung zum offenen Gespräch im Gehen: über graue Energie, Ressourcenverschwendung, soziale Auswirkungen von Leerstand, die Lücken im Wiener Altbauschutz und darüber, was es braucht, damit Umbau statt Abriss zur Regel wird.